Rückblick auf das LVNS-Sommerfest 2026
Gemeinsam im Gespräch über ein nachhaltiges Sachsen
Rund 70 Menschen kamen am 31. August im Torhaus des Umweltzentrums Dresden zu unserem Sommerfest zusammen. Im Mittelpunkt standen Fragen, die uns in unserer Arbeit für ein nachhaltiges Sachsen beschäftigen: Wie gelingt nachhaltige Entwicklung vor Ort, was braucht es dafür von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – und wie können wir gemeinsam daran arbeiten?
Mit der Mitgliederversammlung in den Nachmittag
Bevor unser Sommerfest begann, fand unsere jährliche Mitgliederversammlung statt. Neben den Berichten und dem Austausch zur Arbeit des vergangenen Jahres stand die Neuwahl des Vorstands auf der Tagesordnung. Wir freuen uns, dass unser bisheriger Vorstand wiedergewählt wurde und auch künftig gemeinsam weiterarbeitet. Anschließend begrüßte das LVNS-Team die Gäste zum Sommerfest und eröffnete den gemeinsamen Abend.
Den ersten inhaltlichen Impuls gab Yvonne Bethage aus dem Sächsischen Ministerium für Kultur und Tourismus. Unter dem Titel „Erfolgreiche Zusammenarbeit für mehr Nachhaltigkeit im sächsischen Tourismus“ nahm sie die nachhaltige Destinationsentwicklung in Sachsen in den Blick: Wie hat sich nachhaltiger Tourismus von einem Nischenthema zu einem Leitprinzip entwickelt – und welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit verschiedener Akteure?
Fünf Tische, viele Perspektiven
Im Anschluss wurde es konkret: An fünf Thementischen diskutierten die Teilnehmenden über Mobilität und Nahversorgung im ländlichen Raum, die Verwendung und Deutung des Begriffs „Nachhaltigkeit“, die Zusammenarbeit von Kommunen und Land, zivilgesellschaftliches Engagement in ländlichen Räumen sowie Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung.
An den Gesprächen beteiligten sich auch die Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen), Ina Klemm (CDU) und Gerald Eisenblätter (SPD) sowie Anja Apel, Mitglied des Landesvorstands der LINKEN Sachsen. Yvonne Bethage vom Sächsischen Ministerium für Kultur und Tourismus brachte ihre Perspektive aus der Verwaltung ein. Gemeinsam mit den weiteren Teilnehmenden ging es nicht nur um politische Positionen, sondern vor allem um konkrete Erfahrungen, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten.
Ein Thema, das sich dabei an mehreren Tischen wiederfand, war die Frage, wie aus Anliegen konkrete Veränderungen entstehen können. Beim Austausch zur Mobilität im ländlichen Raum wurde etwa deutlich, dass es Beharrlichkeit braucht, um Themen wie die Reaktivierung von Bahnstrecken oder den Ausbau von Radwegen auf der politischen Agenda zu halten. Wenn viele Akteurinnen und Akteure ihre Anliegen kontinuierlich einbringen, können sie gemeinsam etwas bewegen.
Auch der Begriff „Nachhaltigkeit“ selbst kam auf den Prüfstand. Am Thementisch „Nachhaltigkeit als neues Unwort?“ diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Menschen gerade in ländlichen Räumen für nachhaltige Entwicklung gewonnen werden können. Dabei wurde deutlich, dass es hilfreich sein kann, weniger mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ und stärker mit konkreten Ideen und Angeboten zu arbeiten, die an die Lebensrealität der Menschen anknüpfen. Nicht zuletzt ging es darum, sichtbar zu machen, was bereits gelingt – und nachhaltiges Handeln nicht nur einzufordern, sondern auch vorzuleben.
Beim Thema Engagement in ländlichen Räumen richtete sich der Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land. Wer kleine Städte und Dorfstrukturen seit Jahren mit Leben füllt, sollte in Kooperationen auf Augenhöhe einbezogen werden. Gleichzeitig wurde deutlich: Den einen ländlichen Raum gibt es nicht. Unterschiedliche strukturelle Bedingungen und vielfältige Formen des Engagements brauchen unterschiedliche Perspektiven und Ansätze.
Nachhaltigkeit braucht Austausch
Auch die berufliche Bildung war Thema: Gemeinsam mit Gerald Eisenblätter und den weiteren Teilnehmenden wurde auf die sächsische BNE-Strategie und ihre Ziele für die berufliche Bildung bis 2030 geschaut. Welche Hürden gibt es in der Umsetzung? Wo liegen Möglichkeiten, Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker in Ausbildung und Weiterbildung zu verankern? Die Vorstellung der BBNE-Hubs zeigte dabei einen konkreten Ansatz aus der Praxis.
Zwischen den Diskussionen, beim gemeinsamen Abendessen und bis in den Abend hinein blieb viel Zeit für Gespräche. Der Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Das Sommerfest hat Raum geschaffen, um Erfahrungen zu teilen, bestehende Verbindungen zu vertiefen und neue Impulse zu gewinnen.
Wir danken allen, die unser Sommerfest mitgestaltet haben, für die vielen Gespräche, Impulse und neuen Verbindungen. Wir nehmen einiges davon mit in unsere weitere Arbeit – und freuen uns darauf, den Austausch fortzusetzen.






