Drei Städte, drei Perspektiven: Was die Dialogforen zur Mobilität gezeigt haben
Rückblick auf die Dialogforen in Frankenberg/Sa., Pirna und Markkleeberg im September 2025
Im September 2025 lud der Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V. im Rahmen des Projekts „100fach mobil“ zu drei Dialogforen ein – in Frankenberg/Sa., Pirna und Markkleeberg. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Verwaltung, Verkehrsbetrieben und Mobilitätsinitiativen wurde diskutiert: Wie können wir Mobilität vor Ort nachhaltiger, sicherer und alltagstauglicher gestalten? Was können wir aus dem Modellprojekt „100fach mobil“ lernen?
Die Veranstaltungen brachten wertvolle Erkenntnisse – und zeigten zugleich, wo die Herausforderungen liegen.
Frankenberg/Sa.: Zwischen Realismus und Visionen
Das erste Forum am 4. September widmete sich dem ÖPNV in Frankenberg und machte deutlich: Während die Anbindung nach Chemnitz gut funktioniert, sind Ortsteile zum Teil abgeschnitten. Fehlende Abendverbindungen, schwache Wochenendanbindungen und knappe Mittel prägen die Situation. Die Diskussion zeigte ehrlich auf, dass bei begrenzten Ressourcen Prioritäten gesetzt werden müssen – oft zulasten ländlicher Räume.
👉 Zum ausführlichen Rückblick: ÖPNV-Dialogforum Frankenberg
Pirna: Großes Buskonzept trifft auf Alltagsprobleme
In Pirna stand am 18. September das neue Buskonzept des Landkreises und dessen Auswirkungen für die Stadt Pirna im Mittelpunkt. Die Erfahrungen aus „100fach mobil“ flossen direkt in die Diskussion ein: Besonders die rechtselbischen Stadtteile Copitz und Graupa brauchen bessere Verbindungen. Doch wann und wie das neue Konzept umgesetzt wird, hängt von den finanziellen Spielräumen ab. Das Forum schuf Transparenz – und machte den Gesprächsbedarf deutlich.
👉 Zum ausführlichen Rückblick: ÖPNV-Dialogforum Pirna
Markkleeberg: Mehr Sicherheit für Fuß- und Radverkehr
Das zweite Verkehrsforum des BürgerVereins in Markkleeberg am 23. September nahm die Nahmobilität unter die Lupe – gemeinsam mit dem Projektteam von „100fach mobil“. Dabei wurden konkrete Gefahrenstellen für Fußgängerinnen und Radfahrende besprochen – von unübersichtlichen Kreuzungen bis zu fehlenden Radverbindungen. Die Stadt kündigte Maßnahmen an, doch das Publikum forderte konsequenteres Handeln. Ein Erfolg: Die Petition zur S-Bahn-Anbindung zeigt Wirkung.
👉 Zum ausführlichen Rückblick: Verkehrsforum #2 Markkleeberg
Unser Fazit: Dialog wirkt – und muss weitergehen
Die drei Dialogforen haben eines gemeinsam: Sie schaffen Räume für ehrlichen Austausch. Die Erfahrungen aus „100fach mobil“ machen Schwachstellen sichtbar, die im Alltag oft übersehen werden. Gleichzeitig zeigen die Gespräche mit Verwaltung und Verkehrsbetrieben die strukturellen und finanziellen Grenzen auf.
Nachhaltige Mobilität entsteht nicht über Nacht – sie braucht kontinuierlichen Dialog, politischen Willen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Die drei Foren waren ein wichtiger Schritt. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die ihre Ideen einbringen, ist dabei unverzichtbar.
Förderhinweis:
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch die Initiative Mobilitätskultur von der Chrysantil Stiftung und der PHINEO gAG.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt anteilig durch die ADAC Stiftung.
Die Finanzierung des Teilprojekts „Verkehrslabor: Verkehrswende in kleinen Städten erleben und mitgestalten!“ erfolgt durch die Sonnencent-Förderung der EWS Elektrizitätswerke Schönau.






